Rochenleder pflegen: was es braucht und was nicht

Rochenleder ist unter den Ledern ein Sonderfall. Die Perloberfläche besteht aus verkalkten Perlen, die dem Zahnschmelz näher sind als der Haut. Deshalb ist sie unempfindlich gegen Kratzer und Wasser — und deshalb gilt das meiste, was man über Lederpflege liest, hier nicht.

Was es nicht braucht

Kein Lederfett, kein Wachs, kein Öl. Die sind dafür gemacht, faseriges Leder geschmeidig zu halten. Rochenleder hat an der Oberfläche kaum Fasern, das Fett bleibt also oben liegen, macht den Glanz stumpf und zieht Staub an. Das ist der häufigste Fehler.

Auch keine Lederpflege aus dem Schuhgeschäft, aus demselben Grund.

Was es braucht

Ab und zu ein trockenes Tuch. In Richtung der Körnung wischen. Mehr Pflege wird ein Armreif in seinem Leben nicht brauchen.

Lauwarmes Wasser für Hartnäckiges. Tuch anfeuchten, gut auswringen, wischen, danach sofort mit einem zweiten Tuch trocknen. Nicht einweichen und nicht unter den laufenden Hahn halten.

Trocken aufbewahren. Schublade oder PAVO Schmuckbox. Nicht auf die Fensterbank: Stundenlange direkte Sonne bleicht die Farbe über Monate aus, und das kommt nicht zurück.

Die zwei Schwachstellen

Die Vergoldung, nicht das Leder. Bei unseren Armreifen ist das Leder mit vergoldetem 925er Sterlingsilber gefasst. Die Vergoldung ist der Teil, der sich abträgt. Parfum, Haarspray und Handcreme greifen sie an — zieh den Armreif deshalb als Letztes an, nach allem anderen. Vor dem Duschen und Schwimmen ab.

Scharfe Kanten. Die Perloberfläche ist hart, aber ein harter Stoß gegen eine Steinarbeitsplatte kann eine einzelne Perle absprengen. Das frisst sich nicht weiter, sieht man aber.

Wenn es doch nass wird

Nichts Dramatisches. Mit einem Tuch abtupfen und im Raum fertig trocknen lassen, nicht auf der Heizung. Das Problem ist die Wärme, nicht das Wasser. Zu schnelles Trocknen macht Leder steif.

Was altert und was nicht

Die Körnung verändert sich nicht. Die Farbe wird über die Jahre eine Spur tiefer, und die erhabenen Perlen bekommen dort Glanz, wo der Ärmel darüber reibt. Beides steht dem Leder gut. Ein Armreif nach fünf Jahren sieht besser aus als ein neuer — das kann man von wenigen Materialien sagen.